5G – Ein Netz viele Meinungen – Podiumsdiskussion der Stadt Dresden

Die Stadt Dresden hat sich entschieden den Entwicklungen rund um 5G nicht nur passiv zuzuschauen, sondern die Einführung des neuen Mobilfunkstandards aktiv zu gestalten und zu begleiten. Neben Verhandlungen mit Netzbetreibern, was den konkreten Ausbau der Funktechnik angeht, gehören auch Foren zur Bürgerbeteiligung zum Konzept der Einführung von 5G.

Wie jede neue Technologie wird auch 5G mit einer Mischung aus technophiler Vorfreude, Skepsis und vollständiger Ablehnung betrachtet. Je nach Grundhaltung und Vorerfahrung ist es leichter die Vorteile von 5G zu sehen und zu beschreiben oder die potentiellen Gefahren in den Vordergrund zu stellen.

Das Podium mit dem Thema „5G – Ein Netz viele Meinungen“ traf sich in Dresden am 05.12.2019 in den Räumen des Deutschen Hygienemuseums. Die Stadt nutzt dieses Gebäude gern für Veranstaltungen mit Bürgerbeteiligung. Wie passend ist doch wie Wahl dieses Gebäudes, da das Hygienemuseum schon oft im Zentrum diverser kritischer Debatten über wissenschaftlichen Fortschritt und kritikwürdige Entwicklungen in Vergangenheit und Neuzeit stand.

Mit den eingeladenen Experten sollten die zahlreichen Fragen abgedeckt werden, die bei der Anmeldung oder im Livestream eingereicht werden konnten:  

  • Medizintechnik: Prof. Dr. Stefanie Speidel (Professorin für Translationale Chirurgische Onkologie)
  • Technik: Bernd Theiss (Leiter Test & Technik beim Magazin Connect)
  • Soziologie: Prof. Dr. Jost Halfmann (bis Wintersemester 2015/16 Inhaber der Professur für Techniksoziologie am Institut für Soziologie der TU Dresden)
  • Verwaltung: Dr. Robert Franke (Leiter des Amtes für Wirtschaftsförderung Dresden)
  • Kultur: Dominika Szope (Leiterin der Abteilung Kommunikation und Marketing am Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe)

Technische Vorteile der neuen Mobilfunk-Generation 5G

Durch den Anschluss an das schnelle und zukunftssichere Glasfasernetz und die Verlagerung von steuernder Intelligenz an den Rand des Netzes und damit näher zum Nutzer (EDGE-Computing) werden deutlich geringere Latenzen erreicht (<1ms).

Durch die Nutzung neuer Frequenzbereiche (600MHz – 6GHz / 24GHz - 28GHz) können deutlich größere Datenmengen als bisher übertragen werden. Grundlegend gelten jedoch auch bei 5G die Gesetze der Physik. Je höher die Frequenz einer Welle, desto kleiner die Wellenlänge und Reichweite. Auch Hindernisse können von hochfrequenten Wellen kaum oder nicht durchdrungen werden. Der 5G-Betrieb wird eine Mischung aus Signalen auf unterschiedlichen Frequenzen sein. Lange Wellen für die Abdeckung der Fläche, kurze Wellen für dichte Gebiete und Anwendungen, die extreme Bandbreiten benötigen.

In Katastrophenszenarios wird es möglich sein, den Rettungsdiensten Priorität einzuräumen und die zivile Nutzung zurückzustellen. Durch Mehrfach-Funkkanäle können besonders stabile und zuverlässige Verbindungen bereitgestellt werden. In spezifizierten Sub-Standards werden IoT-Sensoren (Internet of Things) gesondert berücksichtigt und mit passenden Verbindungen für kleine Datenmengen versorgt. Batteriebetriebene Geräte können so mit einer Batterie mehrere Jahre Informationen absetzen. Die vermaschten Strukturen in 5G können sich selbst koordinieren und den Ausfall einzelner Komponenten kompensieren. Eine pauschale Ende-Zu-Ende Verschlüsslung ist nicht Bestandteil des Standards. Es obliegt also weiterhin den Nutzern des Netzes ihren Datenverkehr vor dem unerwünschten Zugriff durch Dritte zu schützen.

Strahlenbelastung / Elektromagnetische Belastung (EMF)

DER Hauptpunkt der Kritiker von 5G ist der, aus Ihrer Sicht, der mangelnde Nachweis der medizinischen Unbedenklichkeit der bei 5G zum Einsatz kommenden Frequenzen und Signalstären. Aus dem Auditorium wurden Fragen zu spezifischen Studien gestellt, die ungünstige Effekte bei Versuchstieren nachgewiesen haben. Einige diese Studien wurden von Herrn Theiss kritisiert und deren Methoden in Frage gestellt. Das Podium zog sich auf die Stellungnahmen des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) zurück, das aktuell nur eine Wärmewirkung der betreffenden Strahlung als nachgewiesen anerkennt. Herr Prof. Halfmann räumte ein, dass die wissenschaftliche Gemeinschaft auf dem Weg zu einem Konsens oft unterschiedlicher Meinung ist. Erst das Gegenprüfen von Ergebnissen und Untersuchungen an realen Installationen von 5G werden verlässliche Aussagen ermöglichen, so Halfmann.

Eine vorgestellte Standortmessung beim 5G Versuchsstandort in Dresden Mickten ergab durch Hochrechnung eine Ausschöpfung der zulässigen Grenzwerte von ca. 13,7%. Bei dieser Abschätzung wurden auch Dienste mit eingerechnet, welche die Sendeanlage derzeit noch nicht ausstrahlt. Bei allen Annahmen wurden Sicherheitsfaktoren verwendet um eine echte obere Abschätzung zu erhalten.

Das Beamforming von 5G beschreibt eine Technik die durch das phasenversetzte Abstrahlen der Signale durch einzelne Teile eines Antennen-Arrays eine Richtwirkung erzielt und so einzelne Endgeräte besser versorgt werden können. Dabei gibt es Bedenken, dass so ein gerichteter Strahl die Grenzwerte doch übersteigen würde. Dem ist jedoch nicht so. Für das ganze Antennen-Array aus zum Beispiel 64 Teil-Antennen gelten die Grenzwerte einer Sendeeinrichtung. Das heißt auch ein gerichtetes Signal ist nicht stärker als das Signal einer ungerichteten Antenne (Isotropstrahler), die mit der erlaubten Maximalleistung sendet.

Die Fragestellenden waren sichtlich emotional berührt, die Diskussion blieb bis auf wenige Zwischenrufe respektvoll und geordnet. Eine Bürgerin brachte ihre Enttäuschung darüber zum Ausdruck, dass kein expliziter Gegner von 5G Bestandteil des Podiums war und dadurch die angekündigten „vielen Meinungen“ eben nicht vertreten wären.

Was meint der wlanport?

Wir stellen uns als Anbieter von professionellem WLAN natürlich die Frage welchen Platz WLAN in einer Welt mit 5G haben wird. Die ersten Frequenzen um 3,6 GHz liegen genau zwischen den aktuell im WLAN verwendeten Frequenzen von 2,4 und 5GHz und haben ganz ähnliche Eigenschaften. Man könnte sagen, 5G ist quasi WLAN für alle. Herr Theiss prognostizierte das WLAN ein ähnliches Schicksal erleiden werde wie die Festnetztelefonie, die durch Mobilfunk Zusehens verdrängt wird. Wir gehen jedoch davon aus, dass es weiterhin Bedarf für eigene kabellose Netzwerkinfrastrukturen geben wird. Dort wo ich gesicherten Zugriff auf lokale Ressourcen schaffen will, wird WLAN auf absehbare Zeit das Mittel der Wahl sein.

WLAN ist JETZT verfügbar und nahezu alle Endgeräte unterstützen es hinreichend. Die volle Unterstützung für 5G bei den Endgeräten beginnt erst. Wer also nicht auf den 5G Ausbau in seinem Einsatzgebiet warten will, ist mit WLAN-Lösungen von Ruckus, Sophos und Aerohive (Extreme Networks) heute schon gut beraten.

Um Elektromagnetische Belastungen zu reduzieren, planen wir unsere WLAN-Installationen nicht mit der Gießkanne, sondern berücksichtigen Anforderungen, bauliche Besonderheiten und kapazitive Beschränkungen der Geräte. Alle von uns vertriebenen Geräte halten die gesetzlichen Grenzwerte ein und werden auf Wunsch auf die minimal nötige Leistung reduziert. Allerdings bewegen sich die zulässigen Sendeleistungen im Bereich von 200mW bis zu 1W. Schon nach wenigen Zentimetern sind nur noch Bruchteile (10000stel) der Strahlung messbar. Wenn elektromagnetische Belastungen für Sie relevant sind, beraten wir Sie gerne zu Minimallösungen und On-Demand-Konfigurationen Ihrer Hardware.

Mit einer Mischung aus zielgerichteten langwelligen Signalen (um 700MHz) und schwachen kurzwelligen Nahbereichssignalen (3,6GHz und mehr) wird die elektromagnetische Belastung (Feldstärke) insgesamt eher abnehmen. Natürlich müssen gesundheitliche Einschränkungen weiterhin beobachtet werden und beim objektiven Nachweis eindeutiger Zusammenhänge auch zu Konsequenzen führen.

Jede WLAN-Beratung beginnt bei uns mit der Feststellung, das kabelgebundene Verbindungen der Goldstandard sind. Die Verwendung von WLAN oder 5G ist wie die Verwendung jeder Technologie eine Abwägung von Vor- und Nachteilen. Wir sehen das ganz ähnlich wie Herr Dr. Franke. Wir wollen digitale Zukunft lieber mitgestalten als sie passiv an uns vorüberziehen zu lassen. Neben unseren professionellen Aufgaben sind wir alle auch Bürger mit Meinungen und Bedenken. Der wlanport ist offen für konstruktive Kritik und respektvolle Hinweise. Durch Aufklärung zu technischen Grundlagen von WLAN und kompetente Beratung tragen wir in unserem Rahmen zum Diskurs mündiger Bürger mit verantwortlichen Stellen bei.

Aufzeichnung des Livestreams:
https://www.facebook.com/stadt.dresden/videos/1381386548692285/

 

 

Tags: 5G, Dresden, WLAN, Beratung