Ihr WLAN-Projekt – Teil 4: Simulierte Ausleuchtung

Auf Basis der dokumentierten Anforderungen aus Schritt 3 und einem vorliegenden Grundriss, erstellen wir nun an Hand grober Schätzungen eine per Software simulierte Ausleuchtung. Diese dient als Grundlage für die Budgetplanung in Schritt 5.

Simulierte WLAN-Ausleuchtung – Dämpfungswerte annehmen

Wie stark schwächt eine Wand, eine Tür oder ein Fenster das WLAN-Signal ab? Zur groben Orientierung und ohne Messung vor Ort nehmen wir Schätzwerte an, die uns eine verbesserte Abschätzung der nötigen APs und günstiger Standorte ermöglichen. Hier ein paar der Werte, die wir zu Grunde legen:

Trockenbauwand – 3dB, Ziegelwand – bis zu 10dB, Stahlbeton – 12dB
Fahrstuhlschacht – 30dB, Tür – 2 bis 6dB, Fenster – 1-3dB

Diese Richtwerte sind in dB angegeben. Diese logarithmische Größe beschreibt das Verhältnis der Signalstärke vor dem Hindernis und der Signalstärke hinter dem Hindernis. 3dB stehen für die Halbierung der Signalstärke, 10dB für eine Reduzierung um Faktor 10. Genaueres dazu finden Sie in unserem zugehörigen Grundlagenartikel. Von diesen Richtwerten kann es im Speziellen immer gravierende Abweichungen geben. Es gibt Fenster mit eingelassenen Metallnetzen, die nahezu alle Strahlung absorbieren. Genauso gibt es Wände, welche die Ausbreitung der WLAN-Wellen kaum behindern. Im optionalen Schritt 6 können die Annahmen durch eine Messung vor Ort nochmal bestätigt oder widerlegt werden. Im Allgemeinen sind die Annahmen hinreichend genau.

Simulierte WLAN-Ausleuchtung – Nicht die dritte Dimension vernachlässigen

WLAN-Signale durchdringen neben Wänden auch Decken. Die direkte Platzierung an der gleichen Stelle in jeder Etage sollte vermieden werden. Achtet man nicht darauf kann es zu ungewollten Interferenzen kommen. Clients im Einzugsbereich von 2 Access Points, die übereinander liegen, können ggf. keine gute Roaming Entscheidung treffen. Auch bei der Kanalwahl schränkt man sich mit einer derartigen Installation zusätzlich ein. Wie beachten bei Positionierung der APs und bei der späteren Kanalplanung die dritte Dimension, damit unser WLAN Ihre Anforderungen erfüllt.

Simulierte WLAN-Ausleuchtung dient vor allem der Budgetabschätzung

Bauliche Einschränkungen, Erkenntnisse aus einer optionalen Messung vor Ort und Herausforderungen bei der konkreten Installation können die letztendlichen AP-Positionen noch beeinflussen. Jedoch dienen die Resultate einer simulierten Ausleuchtung als hervorragende Grundlage für die Budgetierung Ihres Projekts. Doch dazu mehr in der nächsten Woche in Teil 5 unserer Reihe.

Blogartikel zum Weiterlesen
WLAN Signalstärke messen in dBm – Wie geht das eigentlich?

WLAN Signalstärke messen in dBm – Wie geht das eigentlich?

dBm und Mbit/s bei Ihrem WLAN gemessen? Was bedeuten diese Werte eigentlich? Der wlanport erklärt!
Ihr WLAN-Projekt – Teil 3: Dokumentation der Anforderungen

Ihr WLAN-Projekt – Teil 3: Dokumentation der Anforderungen

Professionalität und Vermeidung von Missverständnissen - dazu dient Dokumentation. - Artikelserie zu WLAN-Projekten und deren Planung - Teil 3 von 10