Ihr WLAN-Projekt – Teil 6: Messungen vor Ort

Bisher haben wir das mit WLAN auszurüstende Objekt noch nicht zwingend besucht. Alle Einschätzungen erfolgten durch Anforderungserhebungen und simulierte Ausleuchtung anhand von Plänen. Bei einfachen Gebäudestrukturen kann das auch schon ausreichend sein. Wenn jedoch die baulichen Eigenschaften von Wänden und Decken völlig unbekannt sind oder die Planung sich auf geringe Dämpfung bestimmter Materialien gründet, sollte auf jeden Fall eine Messung vor Ort gemacht werden.

Dämpfungswerte - Annahmen verfeinern und bestätigen

Im Schritt 4 wurden bei der simulierten Ausleuchtung Dämpfungswerte für Wände, Decken, Türen, Fenster usw. angenommen. Eine Messung vor Ort mit einem Referenz Access Point, der zukünftig typischerweise verwendet werden soll, hilft diese Annahmen zu bestätigen und die Werte anzupassen. So kann die Planung verfeinert und letztlich die AP-Positionen optimiert werden.

Dabei kann es gelegentlich auch zu Überraschungen kommen. Manche modernen Glasfronten in Büros haben integrierte Metallstrukturen. Diese schirmen das WLAN-Signal so stark ab wie ein Fahrstuhlschacht und lassen fast keine Strahlung hindurch.  Auf der anderen Seite sind manche scheinbar massiven Wände sehr gut für WLAN-Signale durchlässig. In einem solchen Fall können APs eingespart werden, solange die ursprünglichen Kapazitätsanforderungen erfüllt werden.

WLAN-Messung – Was wird eigentlich gemessen

Moderne WLAN-Messgeräte können eine Vielzahl von Werten erfassen. Für eine grundlegende Einschätzung der Güte eine WLAN-Signals reichen schon 2 einfache Werte. In einem ausführlicheren Artikel gehen wir auf diese ein. Dezibel Milliwatt dBm ist ein absolutes Maß für die Signalstärke des WLAN, die durch Wände und ähnliches reduziert wird. Die ausgehandelte Datenrate zwischen Endgerät und Access Point in Mbit/s ist eine resultierende Größe aus diversen Eigenschaften des WLAN-Signals. Dabei ist zu beachten, dass bei manchen Messverfahren die Messgeräte selbst den limitierenden Faktor darstellen.

WLAN-Messung – Störquellen finden

Mit einem Spektrometer können auch elektromagnetische Wellen gemessen werden, die nicht WLAN sind. Das können Microwellen, Headsets, Babyphone oder defekte Elektronik und Elektrotechnik sein. Diese „Sender“ sind oft deutlich stärker als WLAN Access Points, die sich an die regulatorischen Maximalwerte halten. Diese Signale können von WLAN Geräten nicht interpretiert werden und erhöhen einfach das Hintergrundrauschen und verschlechtern so den Signal-Rausch-Abstand.

Einige Störer sind jedoch nicht immer aktiv, sondern nur zu unregelmäßigen Zeiten. Um solche Störungen zu erfassen sind Langzeitüberwachungen, wie sie unser Partner VestiFi anbietet nötig. Diese doch recht kostenintensive und aufwendige Analyse kommt jedoch nur bei Störungsmustern zum Einsatz, die sich nicht durch einfache Konfigurationsanpassungen beheben lassen und gehören nicht zum Standard Ablauf eines WLAN-Projekts.

Wie geht es weiter?

Jetzt haben wir unsere Simulierte Ausleuchtung durch Messungen vor Ort ergänzt und können nun genauere Aussagen zu den letztendlichen AP-Positionen treffen. Die Dokumentation dieser Positionen und die Festlegung von geeigneten Kanälen wird uns nächste Woche in Teil 7 beschäftigen.

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