WLAN Signalstärke messen in dBm – Wie geht das eigentlich?

Sie vermessen mit einer der vielen Apps Ihr WLAN und fragen sich, wie man die Werte interpretiert? Dann sind Sie hier genau richtig. Wir beschreiben welche Werte Sie ermitteln können und was sich daraus in Bezug auf Ihre WLAN-Qualität ableiten lässt.

Was für Werte zeigt meine WLAN-App an?

dBm - Dezibel Milliwatt

Apps wie Wifi Analyzer (Android/Windows) sowie die FRITZ!App WLAN (Android/iOS) messen die Signalstärke der WLANs in der Umgebung. Der Wert, den Sie angeben, hat die Einheit dBm. Physikalisch bezieht sich diese logarithmische Einheit auf den Leistungspegel des Signals in Bezug auf ein Milliwatt (1 mW). Positive Werte sind Vielfache eines Milliwatts. Negative Werte sind Bruchteile von einem Milliwatt.

Gängige Werte, die sie messen, liegen im Bereich von -30 bis -100dBm. Das sind zwischen 1/1.000 und 1/10.000.000.000 mW (ein Zehnmilliardstel) Leistung. Werte darunter sind mit einem Handy nicht mehr messbar. Der WLAN-Router oder Access Point sendet im Allgemeinen mit ca. 200mW. Der überwiegende Teil dieser Leistung strahlt nicht in Ihre Richtung und selbst die Strahlung, die sie erreicht verliert schon nach wenigen Centimetern einen Großteil ihrer Intensität. Die Signalstärke lässt sich grob wie folgt bewerten:

-30 bis -60dBm – Sehr gute Signalstärke
-60 bis -80dBm – ausreichende Signalstärke
unter -80dBm – schwaches unzureichendes Signal

Ob das Signal für Ihren Anwendungszweck ausreicht, hängt ganz von den Anforderungen der Anwendung ab. Videostreaming braucht viel Bandbreite, Telefonie (VoIP) braucht vor allem eine stabile Verbindung, kleine WLAN-Sensoren kommen mit schlechten und instabilen Verbindungen zurecht.

Mbit/s – Megabit je Sekunde

Einige Apps wie die von FRITZ!App ermöglichen es die maximale Datenrate zu messen. Also die Datenmenge, die unter den aktuellen Umständen maximal je Sekunde übertragen werden kann. Unter „Bruttodatenrate“ wird angezeigt auf welche Datenrate sich Endgerät (Handy) und Sendestation (Router) einigen. Einfluss auf die resultierende Datenrate haben u.A. folgende Faktoren:

  • Physikalische Eigenschaften von Sender und Empfänger (Anzahl und Beschaffenheit der Antennen)
  • verwendeter Chipsatz
  • verwendeter WLAN-Standard (802.11b/g/n/ac/ax bzw. WiFi 4, WiFi 5, WiFi 6)
  • Signalart (QAM, Kodierung)
  • Entfernung
  • Dämpfung durch Wände
  • Störung durch andere WLANs
  • verfügbare Internetanbindung
  • sonstige Störsignale

Auf Basis der Signalqualität/-güte handeln die beteiligten Geräte eine Signalart aus. Bei guter Signalqualität können komplexere Signale mit hohen Datenraten verwendet werden, bei niedriger Signalqualität einfache Signale mit niedriger Bandbreite.

Zusammenfassung

Mit Apps, die Ihr WLAN vermessen, können Sie sich ein Bild von der Signalstärke (Leistungspegel in dBm) und der resultierenden Datenrate (Mbit/s) machen, die Sie mit den vorhandenen Geräten erreichen können. Neben der Signalstärke haben viele weitere Faktoren Einfluss auf die Datenraten, die Sie erreichen können. Beispielhaft erzielen wir mit einem Ruckus R720 und einem Huawei P20 Pro unter Idealbedingungen ein Signal mit bis zu -26dBm und damit maximale Bruttodatenrate von 866Mbit/s. Diese Datenrate wird in unserem Beispiel durch das Endgerät beschränkt. Die technischen Fähigkeiten des Endgeräts und die verfügbare Internetbandbreite sind oft die einschränkenden Faktoren.

Wir helfen Ihnen gern für Ihre Anforderungen die passenden Access Points zu finden. Kommen Sie mit uns ins Gespräch. +49 351 81077-47

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