Repeater und Mesh versus kabelgebundener Access Point

Mesh ist ein nicht ganz klar zu fassender Begriff. Je nachdem welches Marketing-Ziel man verfolgt, wird der Begriff unterschiedlich gedeutet. Wir beschreiben in diesem Artikel Mesh als ein Netzwerk aus WLAN Access Points (APs), von denen nur ein Teil über Netzwerk-Kabel mit dem zugrundeliegenden Netz verbunden ist.

Damit verwandt ist der Repeater. Ein Repeater erweitert ein bestehendes WLAN und strahlt das gleiche WLAN wie die Basis-Station aus. Ein Basis-AP oder -Router ist das WLAN-Gerät, dass mit einem Kabel an der Infrastruktur oder direkt mit dem Internet verbunden ist.

Für die begriffliche Klarheit werden wir im weiteren Artikel von Basis-AP (Access Point) sprechen, wenn das Gerät mit einem Netzwerkkabel angeschlossen ist und von Mesh-AP, wenn kein Netzwerkkabel vorhanden ist und der AP nur drahtlos verbunden ist.

Der Preis für die eingesparten Kabel

Jeder Mesh-AP, der zwischen einem Endgerät (Client) und dem Basis-AP liegt, halbiert die verfügbare Bandbreite. Das liegt daran, dass in einem klassischen Mesh-Netzwerk ALLE beteiligten APs auf dem gleichen WLAN-Kanal senden und empfangen. Der Datenverkehr vom Endgerät muss auf diesem Kanal zum Mesh-AP und dann noch einmal vom Mesh-AP zum Basis-AP gesendet werden. Jedes Paket muss also zwei Mal über den gleichen Kanal. Also wird dessen verfügbare Bandbreite halbiert.

Es gibt Mesh-Systeme, die diesen Effekt umgehen, indem separate Sende- und Empfangselemente auf einem eigenen Kanal die Verbindung zwischen den APs aufbauen. Damit stehen separate Kanäle für den Datenverkehr der Endgeräte zur Verfügung. Allerdings belastet auch diese Variante das ohnehin schon stark belegte Funkspektrum und erschwert eine sinnvolle Kanalplanung.

Manche Hersteller vermarkten auch WLAN-System, bei denen JEDER Access Point mit einem Netzwerkkabel angeschlossen ist und zentral verwaltet wird, als Mesh. Aus unserer Sicht ist dieser Begriff dabei irreführend. Hierbei handelt es sich um ein klassisches hierarchisches Netz, bei dem lediglich die Endgeräte auf der untersten Ebene kabellos verbunden sind. Die Koordination der einzelnen APs erfolgt über das kabelgebundene Netz.

In welchen Situationen ist Mesh sinnvoll

Die bevorzugte Netzstruktur aller professionellen Business WLAN-Anbieter sieht vor jeden AP über ein Kabel mit dem zugrundeliegenden Netz zu verbinden. Es gibt jedoch Szenarien, in denen nur sehr schwer Netzwerkkabel verlegt werden können und denen die Nachteile von Mesh keine bedeutende Rolle spielen.

Hier ein Beispiel: Auf einer Campinganlage möchte der Betreiber die Zelte und Wohnwagen seiner Gäste mit WLAN versorgen. Jedoch kann er nicht alle Access Points, die zur Abdeckung der Fläche nötig sind, mit einem Netzwerkkabel versorgen. Eine Strominfrastruktur gibt es jedoch bereits. Der Betreiber wird beraten und entscheidet sich dafür einige der WLAN-Zugangspunkte kabellos über Mesh anzubinden. Die Nachteile von Mesh kommen in dieser Umgebung nicht so stark zum Tragen. Die reduzierte Bandbreite reicht immer noch aus, um die ohnehin begrenzte Bandbreite des vorhandenen Internetanschlusses an alle Besucher zu verteilen. Und auch die Belastung des Funkspektrums ist nicht so gravierend, da nur wenige konkurrierende WLANs auf dem Campingplatz aktiv sind.

Alternativ kann in dafür geeigneten Projekten eine Richtfunkverbindung (PTP, PTMP) für die Anbindung einzelner APs eingesetzt werden. Diese verunreinigt das Spektrum weniger und wird von uns scherzhaft als WLAN-Kabel bezeichnet. :)

Verkabelung

Die eingesparten Verkabelungskosten sind ein Hauptargument für kabellose Mesh-Netzwerke. Dazu sei Folgendes gesagt: Wir gehen davon aus, dass die Anforderungen an kabellose Infrastruktur weiterhin wachsen. Dafür werden derzeit die verfügbaren Frequenzen erweitert. Als Basis für die benötigte Bandbreite kann unserer Meinung nach nur ein stabiles kabelgebundenes Netz dienen. Aktuell sind das Kupferkabel mit 1, 2,5 oder 5 GBit/s und zukünftig Glasfasern. Das begrenzte Funkspektrum für die Kommunikation zwischen den APs zu nutzen ist nicht zielführend.

Fazit

Der wlanport empfiehlt so viele Access Points einer kabellosen Infrastruktur mit Netzwerkkabeln an das zugrundeliegende Netz anzuschließen wie möglich. Dadurch werden die höchst möglichen Bandbreiten bereitgestellt, Funkstörungen minimiert und eine stabile Kanalplanung erleichtert.

Wir beraten Sie gerne individuell und finden die passende Lösung für Ihre Anforderungen. Rufen Sie einfach und an und lernen Sie uns kennen. +49 351 81077-47

 

 

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