Was bedeutet PTP und PTMP?

In den letzten Monaten haben wir einige Access Points vorgestellt, die durch ihre gerichteten Antennen große Entfernungen überwinden können. So ist es möglich Standorte mit einer Netzwerkverbindung zu versorgen, die selbst über keine Internetverbindung per Kabel verfügen. In den Beschreibungen und Datenblättern tauchen wiederholt die Abkürzungen PTP und PTMP auf. Wir wollen im Folgenden kurz deren Bedeutung erklären und Unterschiede aufzeigen.

PTP – Point-to-Point – Punkt-zu-Punkt

Zwei Netzwerkgeräte bauen ohne Zwischenschritte eine gegenseitige Verbindung auf. Ein weiteres Netzwerkgerät nimmt an dieser Verbindung nicht teil. Im WLAN-Kontext werden die beiden Geräte als Basis (Access Point) und Station (Client) bezeichnet.

Die Basis strahlt ein ganz normales WLAN aus, dem die Station dann einfach beitritt, wie ein gewöhnliches Endgerät. Diese Verbindung wird exklusiv nur für diese beiden Geräte benutzt. Auf Seiten der Basis befindet sich für gewöhnlich der Internetanschluss oder Zugang zum Firmennetzwerk. Die Station ist für gewöhnlich die entfernte Seite der Verbindung, die anzubinden ist. Hier wird das Netzwerk dann über Switches oder weitere Access Points, die ein lokales WLAN ausstrahlen, verteilt.

Diese Topologie oder Konfiguration ist das, was einem „WLAN-Kabel“ am nächsten kommt J. Es ist auch nicht mit herkömmlichem Mesh zu verwechseln, da sich beim Mesh noch weitere Endgeräte im gleichen WLAN befinden und sich die Bandbreite mit der Station teilen. Es kommen für gewöhnlich stark gerichtete Antennen zum Einsatz, um große Entfernungen zu überbrücken.

PTMP – Point-to-Multipoint – Punkt-zu-Mehrpunkt

Bei Punkt-zu-Mehrpunkt handelt es sich um eine Stern-Topologie. Ein zentrales Netzwerkgerät verbindet sich jeweils gesondert mit weiteren Netzwerkgeräten. Die angebundenen Netzwerkgeräte sind nicht untereinander verbunden, sie kommunizieren ausschließlich über das zentrale Netzwerkgerät.

Es gibt wieder nur eine Basis aber mehrere Stationen. Jede Verbindung von der Basis zu einer einzelnen Station kann als PTP-Verbindung aufgefasst werden. Alle verbundenen Stationen teilen sich die verfügbare Bandbreite der Basis. Hinzu kommt noch ein Overhead durch die Abstimmung von Sendezeitfenstern zwischen den beteiligten Geräten. Diese sind länger als im lokalen WLAN, da für gewöhnlich auch die Abstände und Laufzeiten zwischen den beteiligten Geräten größer sind. Wie die Stationen um die Basis positioniert sein können, hängt von der Antennencharakteristik der Basis ab. Sie muss die Stationen „hören“ können. Die Antennen der Stationen können gerichteter sein, als die der Basis.

PTP vs PTMP – Wann setze ich was ein?

Als am stabilsten und zuverlässigsten gilt eine Punkt-zu-Punkt-Verbindung. Unternehmen und Mehrfamilienhäuser sollten mit PTP-Verbindungen angebunden werden.

Die Grenze tritt dort ein, wo von einem Punkt mehrere Kunden versorgt werden. Gehen von einem zentralen Punkt eine Vielzahl von PTP-Verbindungen aus, so wird sehr viel vom verfügbaren Spektrum verbraucht und im Sendebereich der Antennen auch für lokale WLAN-Anwendungen gestört. Punkt-zu-Mehrpunkt-Verbindungen verbrauchen weniger Spektrum, da mit einer Antenne mehrere Stationen versorgt werden. Dort wo es wertvoller ist, dass viele Stationen überhaupt eine Verbindung haben, als das wenige eine sehr starke Verbindung haben, ist PTMP zu bevorzugen. Das ist zum Beispiel bei Einfamilienhäusern oder Kleinstunternehmen der Fall.

Faustregel: Wenn an Ihrem Sendemast mehr als 8 PTP-Verbindungen ausgestrahlt werden, sollten Sie darüber nachdenken, ob nicht einige davon durch PTMP ersetzt werden können.

Wenn Sie sich nicht ganz sicher sind, welch Topologie für Ihr Projekt die richtige ist, dann zögern Sie nicht uns anzurufen. +49 351 81077-47

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Tags: Richtfunk, PTP, PTMP
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